Schmerzen - nützliche Warnsignale und chronische Schmerzen
Die Wahrnehmung von Schmerzen ist eine subjektive Sinneswahrnehmung. Man trennt dabei zwischen akutem (gerade auftretendem) Schmerz und chronischen Schmerzen. Während akute Schmerzen in der Medizin als Warn- und Leitsignale verstanden werden, haben chronische Schmerzen diesen Sinn und Nutzen verloren. Menschen können sowohl bei tatsächlicher – als auch bei drohender Schädigung Schmerzen empfinden. Die Wahrnehmung hängt sowohl von biologische und psychischen aber auch von sozialen Faktoren ab. Unter gewissen Umständen nehmen Menschen selbst schwere Verletzungen nicht wahr (Verkehrsunfall, Kampf).
Der Mensch reagiert bereits auf Schmerzsignale, bevor sie die betreffenden Hirnareale erreichen und dort den notwendigen Prozess auslösen. Erreichen bestimmte Schmerzimpulse (z.B. Hand auf heißer Herdplatte), so werden bereits im Rückenmark Reflexe ausgelöst, die das schnelle Zurückziehen der Hand bewirken.
Chronische Schmerzen entstehen durch einen längerandauernden Schmerzimpuls. Die Nerven und das Gehirn speichern die jeweiligen Informationen und erlernen dabei das Schmerzgefühl für die bestimmte Region. Die Folge daraus ist das Absinken der Schmerzschwelle. Der Mensch empfindet schneller Schmerzen und selbst bei gleich bleibendem Auslöser wird der Schmerz als intensiver wahrgenommen. Ferner wird der Schmerz länger empfunden und gespürt. Dieses wiederum führt in einen Kreislauf, da die betreffenden Nerven und Hirnareale den Impuls weiter erlernen und speichern. Aus diesem Grund ist es wichtig, in Rücksprache und unter Kontrolle eines Arztes frühzeitig und intensiv etwas gegen Schmerzen zu unternehmen, bevor die Nerven diesen Impuls gelernt haben und chronische Schmerzen entstehen können.
Veröffentlicht am Mittwoch, 3. Februar 2010 | Autor: mk
Schlagwörter: subjektive Wahrnehmung akut chronisch Rückenmark Reflex Schmerzen erlernen
