Placebo-Medikamente – der Glaube versetzt Berge
Dieser biblische Spruch trifft auf kaum etwas anderes zu, als auf den Placoboeffekt. Hervorgerufen wird der Placebo-Effekt durch Medikamente, die keinen Wirkstoff enthalten, aber dennoch eine Heilung hervorrufen können. In Placebo-Medikamenten ist nicht mehr als Milchzucker und Stärke enthalten.
Doch warum Placebos bei Erkrankungen helfen können, ist nicht bekannt. Experten gehen davon aus, dass die Selbstheilungskräfte des Menschen dafür verantwortlich sind. Kranke Menschen glauben fest an die Wirkung der Medikamente, sodass diese wirklich helfen können.
Placebos werden von Ärzten bei leichten oder nicht lebensbedrohlichen Beschwerden eingesetzt. Dies ist in erster Linie dann der Fall, wenn aller Wahrscheinlichkeit die Ursache der Erkrankung psychisch bedingt ist. Auch wenn ein „richtiges“ Medikament aus medizinischen Gründen nicht geeignet ist, z.B. bei Schlafstörungen ältere Menschen, wird ein Placebo eingesetzt.
Im Grunde genommen wirken Placebos bei allen Krankheiten, denn betrachtet man zahlreiche Statistiken zu diesem Thema, dass zeigen die meisten Placebos eine Wirksamkeit von mindestens 20 Prozent.
In der Medizin werden Placebos zudem eingesetzt um die Wirksamkeit von neuen Medikamenten bewerten zu können. So verabreicht man einer Patientengruppe das echte neue Medikament, während der anderen Gruppe das Placebo-Medikament gegeben wird. Beide Gruppen werden über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet und der Krankheitsverlauf dokumentiert.
Erst wenn ein Medikament die Wirkung des Placebos deutlich übertrifft, wird es als wirksam eingestuft. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Placebo im Bezug auf die Form, Farbe und den Geschmack dem richtigen Medikament gleicht.
Veröffentlicht am Freitag, 29. Juli 2011 | Autor: kb
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