Neurose: Sind Neurosen psychische Störungen oder nervliche Erkrankungen?

Nach William Cullen versteht man unter einer Neurose eine nervlich bedingte Erkrankung, während man nach Sigmund Freud eine leichte psychische Störung darunter versteht. Ebenso unterschiedlich wie die Definitionen, sind auch die Formen, in denen eine Neurose auftreten kann. Es ist damit also gar nicht so einfach, eine Erkrankung als Neurose zu diagnostizieren. Unter die Neurosen fallen zahlreiche Zwangsstörungen, wie der Waschzwang, und Phobien.

Eine Neurose wird nach dem verhaltenstheoretischem Konzept durch eine Fehlanpassung hervorgerufen, die erlernt ist. Die Faktoren, die Neurosen auslösen, werden dabei als Stressfaktoren angesehen, sind also alle äußeren Faktoren, die einen negativen Einfluss auf den Menschen nehmen. Die Theorie besagt, dass eine Neurose eine allgemeine psychische Verhaltensstörung ist, die über einen längeren Zeitraum hinweg anhält.

Charakteristisch für Neurosen ist, dass sie sich erst im Laufe der Zeit entwickeln. Um eine Neurose eindeutig zu diagnostizieren, muss zunächst ausgeschlossen werden, dass körperliche Störungen verantwortlich sind.

Personen, die an einer Neurose leiden, können ihre Verhaltensstörungen nicht kontrollieren. Sie sind sich aber dessen bewusst und können auch die Ursachen ausmachen. Dennoch haben Betroffene den Bezug zur Realität soweit verloren, dass sie nicht imstande sind, sich selbst zu helfen.

Die Neurosen zeigen sich in unterschiedlichen Graden. Nicht immer muss eine Neurose behandelt werden. Innerhalb einer Therapie geht es primär darum, die Auslöser zu erforschen und diese zu behandeln. Gesprächstherapien, stationär oder auch ambulant, sind die häufigste Form der Behandlung von Neurosen.

Veröffentlicht am Mittwoch, 26. Januar 2011 | Autor: kb
Schlagwörter: Psyche Phobie Verhaltensstörung Neurose Neurosen verhaltenstheoretisches Konzept Sigmund Freud William Cullen Zwangsneurose Waschzwang