Jugendliche Migranten wünschen sich mehr Sexualaufklärung
Viele deutsche Schüler bekommen ihre Aufklärung aus dem Elternhaus geliefert oder holen sich aus dem Internet sowie aus Jugendzeitschriften die erforderlichen Informationen. Bei Kindern und Jugendlichen mit einem Migrantenhintergrund sieht dies meist ganz anders aus. In ihrem Elternhaus ist das Thema Sexualität und damit auch die Aufklärung ein Tabu-Thema. Daher ergab eine aktuelle Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Kooperation mit dem Forschungsinstitut Sinus Sociovision auch, dass sich viele jugendliche Migranten eine sexuelle Aufklärung wünschen.
Für die Studie wurden Migranten zwischen 14 und 17 Jahren über ihr Interesse an Informationen zur Sexualität und Partnerschaft befragt. Mehr als 50 Prozent gaben dabei an, dass sie vor allem einen Aufklärungsbedarf im Bezug auf sexuell übertragbare Erkrankungen haben.
Daneben sind es ebenfalls fast 50 Prozent, die sich Informationen über die Empfängnisverhütung wünschten. Rund 62 Prozent der Befragten waren vor allem daran interessiert, dass es mehr Aufklärung in deutscher Sprache gibt und nur rund acht Prozent würden in diesem Zusammenhang Aufklärung in ihrer Muttersprache bevorzugen.
Erstaunlich war bei dieser Studie auch, dass die Einstellung der Jugendlichen zu Sexualität nicht unbedingt eine Sache des Herkunftslandes ist. Vielmehr hängt es vom Lebensstil ab, denn mehr als 70 Prozent der Jugendlichen verfolgen einen modernen Lebensstil, sodass sich ihr Leben nur wenig von dem deutscher, gleichaltriger Jugendlicher unterscheidet.
Veröffentlicht am Donnerstag, 3. Februar 2011 | Autor: kb
Schlagwörter: Aufklärung sexuelle Aufklärung Sexualkunde Verhütungsmethoden Migranten
