Impfung gegen Alzheimer in greifbarer Nähe?

Bei demenziellen Krankheiten kommt es durch verschiedene Ursachen zu degenerativen Erscheinungen im Gehirngewebe. Morbus Alzheimer ist eine Form der Demenz, die wohl bekannteste. Die Ursache für Alzheimer ist noch nicht restlos geklärt.

Eine Wiener Pharmafirma schickt nun einen "Alzheimer-Impfstoff" in die klinische Erprobung. Es ist eine therapeutische Impfung, das heißt sie schützt nicht gegen die Krankheit an sich (das wäre aufgrund der noch nicht restlos geklärten Ursachen auch gar nicht möglich), sondern sie wird Personen verabreicht, die bereits an Morbus Alzheimer erkrankt sind.

Der Wirkstoff ist ein synthetisches Peptid, eine mit einer Perlenschnur vergleichbaren Kette aus Aminosäuren-Sequenzen. Diese regt den Körper des Patienten dazu an, Antikörper gegen Beta-Amyloid zu bilden. Dieses Beta-Amyloid reichert sich in Form von Plaques, aber auch in löslicher Form über mehrere Jahre hinweg im Gehirn des Alzheimer-Patinenten an. Idealerweise wird durch die Impfung das Beta-Amyloid im Gehirn reduziert, die toxische Wirkung ausgeschaltet und damit der Krankheitsverlauf zum Stillstand gebracht.

Zwar sind einige Kritiker skeptisch, was die Wirkung dieses neuen Präparates betrifft. Auch ist noch nicht geklärt, ob die Krankheit wirklich durch Beta-Amyloid-Moleküle ausgelöst wird, möglicherweise wird der Zelltod auch durch das sogenannte Tau-Protein verursacht. Aber die Entwicklung dieses Impfstoffes ist auf jeden Fall ein wichtiger weiterer Schritt in der Alzheimer-Forschung und gibt Betroffenen und Angehörigen neue Hoffnung.

Veröffentlicht am Freitag, 7. Mai 2010 | Autor: cp
Schlagwörter: Impfung Krankheit Heilung Vorsorge Forschung