Häufigkeit von Essstörungen in Deutschland und Österreich
Die meisten Essstörungen gehen fließend ineinander über und vermischen sich. Daher kann man sie auch nur schlecht voneinander trennen, was eine Beschreibung der Häufigkeit nicht gerade vereinfacht. Daher beruhen folgende Zahlen auch nur auf Schätzungen. Hinzu kommt, dass bei vielen Betroffenen die Erkrankung nicht offengelegt wird. Die Dunkelziffer dürfte daher sehr hoch sein.
In Deutschland sind rund 100.000 Menschen von der Magersucht betroffen. Davon sind ca. 90 Prozent Frauen, die zwischen 15 und 25 Jahren alt sind. Die geringe Rate an Männern ist darin begründet, dass Magersucht beim männlichen Geschlecht noch nicht so weit erforscht ist, als bei den Frauen. Hinzu kommt, das Frauen eher einem Schönheitsideal hinterher laufen als Männer.
Die Ess-Brech-Sucht ist in Deutschland weitaus häufiger anzutreffen. Hier sind es rund 600.000 Menschen, die von dieser Essstörung betroffen sind. In der Regel geht die Ess-Brech-Sucht mit der Magersucht einher. Besonders weit verbreitet sind Essstörungen in der Modelbranche. Im Jahre 2006 wurde in Österreich eine Studie zu diesem Thema durchgeführt. Aus dieser ergab sich, dass 11,4 Prozent der Befragten unter Essstörungen leiden. Mehr als 40 Prozent der Befragten machten während des Befragungszeitraums gerade eine Diät.
Das Robert-Koch-Institut hat eine Studie mit mehr als 17.000 Teilnehmern durchgeführt, die zwischen elf und 17 Jahren alt waren. Bei mehr als 30 Prozent der Mädchen waren Essstörungen wie Magersucht, Fettsucht und die Ess-Brech-Sucht festzustellen. Bei den Jungen war es 15 Prozent. Durch die Studie ergab sich auch, dass Jungendliche aus sozial schlechter gestellten Familien doppelt so oft an Essstörungen leiden, als Kinder in höheren Gesellschaftsschichten.
Veröffentlicht am Dienstag, 8. März 2011 | Autor: kb
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