Eingebildete Krankheiten: Bin ich ein Hypochonder?
Eingebildete Krankheiten nennt man in Fachkreisen Hypochondrie. Hierbei handelt es sich um eine sog. somatoforme Störung, bei der Betroffene unter sehr ausgeprägten Ängsten leiden. Sie haben große Angst vor einer ernsthaften Erkrankung und zeigen auch typische Symptome dafür, ohne dass ein Arzt aber einen objektiver Befund erstellen kann
Im umgangssprachlichen versteht man unter Hypochondrie die Angst um seine Gesundheit. Betroffene, die als Hypochonder bezeichnet werden, achten sehr stark auf die kleinsten Veränderungen ihrer Körperfunktionen. Sämtliche Körpersignale werden als Ausdruck für eine schwere Erkrankung verstanden.
Meist ist mit dieser übertriebenen Selbstbeobachtung verbunden, dass Betroffene sehr häufig zum Arzt gehen und sich körperlich untersuchen lassen. Daher ergeben die ausführliche und wiederholte Untersuchungen keine körperliche Ursache für die Beschwerden.
Betroffene befürchten sehr häufig, an schweren Krankheiten, wie beispielsweise Krebs oder AIDS zu haben. Jeden Tag beschäftigen sie sich nur damit, ihren Körper und dessen Funktionen zu beobachten und sich Sorgen um ihre Gesundheit zu machen.
Die Krankheit verstärkt sich dadurch, dass Betroffene im Internet auf die Suche nach Krankheitssymptomen gehen und sich hier bestätigt fühlen. Dies führt im Laufe der Zeit zu einer neuen Ausprägung der Hypochondrie: der sog. Cyberchondrie.
Beider Erkrankungen haben eine psychische Störung als Ursache, die es zu behandeln gilt. Doch bis einem Betroffenen klar ist, dass er unter eingebildeten Krankheiten leidet, ist es ein weiter Weg. Zumal die Hypochondrie meist von Ärzten wie den Betroffenen selbst sehr spät erkannt wird.
Veröffentlicht am Montag, 4. Juli 2011 | Autor: kb
Schlagwörter: Psyche Eingebildet krank Hypochonder Hypochondrie psychische Störung
