Die Ernährungsreform: Moderner Vegetarismus und mehr
Die Ernährungsreform ist ein Teilbereich der Lebensreform und basiert überwiegend auf den Vorstellungen der Naturheilkunde. Als bekanntestes Beispiel für die Ernährungsreform gilt der moderne Vegetarismus. Im 19. Jahrhundert wurde zunächst eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten abgelehnt.
Erste Veränderungen gab es zu dieser Zeit aufgrund der Modernisierung der Lebensmittelindustrie sowie die stets sinkenden Preise für Lebensmittel, die zuvor recht teuer und nicht jedermann zugänglich waren. Auch durch die Einführung von Konserven und Fertigprodukten kam es unweigerlich zu einer Veränderung der Essgewohnheiten.
Erste Vertreter der Ernährungsreform waren Ärzte und Wissenschaftler, die in der modernen Kost die hauptsächliche Ursache für Krankheiten sahen. Ihre These: nur naturbelassene Lebensmittel sind wirklich gesund. Es gab jedoch keine einheitliche Regelung dazu, welche Ernährungsweisen nun wirklich als gesund gelten.
Fest stand aber schon früh, dass eine gesunde Ernährung vor allem wenig Fleisch beinhaltet, dafür aber viel Rohkost und Vollkornprodukte. Absehen sollten die Menschen von Kaffee und Alkohol sowie von zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln.
Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Theorien zur gesunden Ernährungsweise aufgestellt und es entwickelten sich die unterschiedlichsten Ernährungsmethoden. Theodor Hahn beispielsweise schriebt im Jahre 1857/58 das Buch „Die naturgemäße Diät“ und dann „Das praktische Handbuch der naturgemäßen Heilweise“.
In letzterem bezeichnete er Vollkornprodukte sowie Milch, rohes Gemüse und Obst als die optimalen Lebensmittel. Bekannt ist auch Maximilian Oskar Bircher-Benner. Er hat das Müsli erfunden, das bis heute für eine gesunde Ernährung steht.
Veröffentlicht am Montag, 2. Mai 2011 | Autor: kb
Schlagwörter: Ernährung Nahrung Vegetarismus Naturheilkunde alternative Ernährungsform Ernährungsumstellung Ernährungsreform Fertigprodukte
