Altersstarrsinn: Beginnende Demenz oder legitimes Recht?
Älteren Menschen wird oftmals nachgesagt, dass sie stur sind und nicht mehr so flexibel in ihrem Denken. Besonders häufig fällt dann der Begriff „Altersstarrsinn“, der oftmals auch als beginnende Demenz angesehen wird.
Ältere Menschen sind einfach nicht mehr offen für bestimmte Sachen, beispielsweise wenn es um die Erziehung von Kindern geht. Großeltern geraten schnell in Konflikte mit ihren eigenen Kindern im Bezug auf die Erziehung der Enkelkinder.
Ein weiteres Beispiel ist das Unverständnis älterer Menschen, dass Sex heute kein Tabuthema mehr ist. Kurzum: ältere Menschen wollen sich oftmals nicht belehren lassen, dass heute Dinge anders sind, als es noch vor 50 Jahren der Fall war.
Altersstarrsinn wird oftmals auch mit einem krankhaften Zustand gleichgesetzt. Man fragt sich, ob der Betroffene „noch ganz richtig tickt“, ab also eine Geisteskrankheit vorliegt.
Damit musste sich in Deutschland in der Vergangenheit sogar schon das Bayerische Oberste Landesgericht auseinandersetzten. Sie befand allerdings, dass der Altersstarrsinn „für sich allein betrachtet keine psychische Krankheit oder geistige oder seelische Behinderung darstellt, die etwa das Einschalten eines Vormundes oder eines Betreuers nötig mache (vgl. BayObLG BtPrax 2002, 37) (Quelle: Wikipedia). Mehr oder weniger muss man einfach damit leben, dass ältere Menschen vielen Dingen nicht mehr so offen gegenüber stehen.
Doch Psychologen sind sich auch darüber einig, dass ältere Menschen nicht zwangsläufig starrsinnig werden und dies mit dem Alter zusammenhängt. Grundsätzlich ist der Umfang der geistigen Flexibilität keine Sache des Alters, sondern die Fähigkeit offen zu sein, was wiederum mit den eigenen Erfahrungen zusammenhängt.
Experten in diesem Bereich sagen, dass sich die geistige Einstellung auch bis in das hohe Alter immer wieder erneuern kann. Die Lebenseinstellung spielt in hier eine sehr große Rolle. War ein Mensch in seinem Leben schon immer flexibel und hat sich häufiger auf neue Lebenssituationen einstellen müssen, dann wird er auch im Alter immer wieder seine Ansichten neu sortieren.
Veröffentlicht am Mittwoch, 24. August 2011 | Autor: kb
Schlagwörter: Alter Psyche Demenz Alzheimer Altersstarrsinn alterstarrsinnig senil Konflikte mit Älteren geistige Flexibilität
